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Wie ein defekter Kopierer das Stereotype Content Modell erklären kann

Aktualisiert: 14. Feb. 2023

Kennst Du das Stereotype Content Modell? Es erklärt, warum Frauen in ihrer Karriere super nett zu jedem sein müssen.


Ich bin kürzlich auf dieses Modell gestoßen, als ich mich auf eine Keynote vorbereitete. Vor Jahren hörte ich schon einmal eine Keynote von Prof. Dr. Spörrle, der brillant über unbewusste Vorurteile und Entscheidungsfindung sprach. Also, Hut ab vor ihm für die Inspiration.


In dieser Studie von 2002 wurde eine Liste von Etiketten bewertet, die von der Gesellschaft verwendet werden, um verschiedene Arten von Männern und Frauen zu beschreiben. Die Dimensionen, die zur Bewertung verwendet wurden, waren "Wärme", d.h. die Sympathie, und "Kompetenz", wie kompetent glaube ich, dass diese Person ist.


Aus dieser Bewertung wurden zwei Hauptetiketten pro (binärem) Geschlecht hervorgehoben: Der typische Mann und Karrieremann, bzw. die typische Frau und Karrierefrau.


Wie Du sehen kannst, liegen die Ergebnisse für Männer recht nah beieinander: Der typische Mann ist halbwegs nett, aber kompetent, der Karrieremann ist eiskalt, aber sehr kompetent.


Im Gegensatz dazu haben die weiblichen Typen einen größeren Abstand zueinander. Während die Karrierefrau ähnlich bewertet wird wie der Karrieremann, eiskalt, aber sehr kompetent, wird die typische Frau als sehr sympathisch, aber auch sehr dumm wahrgenommen.


So weit, so gut, aber was bedeutet das genau?


Stell Dir vor, ein Mitarbeiter steht am Kopierer, löst Probleme und ist frustriert, weil der Kopierer nicht funktioniert. Eine Führungskraft geht vorbei, sieht den Mitarbeiter (und der Mitarbeiter sieht, dass die Führungskraft ihn sieht!), hilft jedoch nicht und geht kommentarlos vorbei.


Erkenntnis Nr. 1: Der/die Angestellte wird diesem bewussten Nicht-Helfen der Führungskraft eher übelnehmen, wenn es sich um eine Frau handelt im Vergleich zu einem Mann. Die Erwartung ist, dass ein Mann ohnehin nur halbwegs nett ist und man Glück haben muss, um ihn dazu zu bringen, einem zu helfen. Und die Frau sollte wenigstens nett genug sein, um zu fragen, ob sie helfen kann - obwohl sie wahrscheinlich sowieso zu inkompetent ist, um den Kopierer zu reparieren... 🙄


UND


Erkenntnis Nr. 2: Überraschenderweise gilt dies unabhängig vom Geschlecht des Angestellten: Männer und Frauen verurteilen die weibliche Führungskräfte härter als eine männliche.


Wenn wir über (unbewusste) Vorurteile gegen Frauen sprechen, müssen wir uns auch bewusst sein, dass wir als Frauen selbst diese Vorurteile gegenüber anderen Frauen haben. Wenn wir uns dessen bewusst sind, können wir solches Verhalten oder Denken identifizieren und Raum für Veränderung schaffen.


Happy presenting!





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